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„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war.“

Mit diesen Worten überschreibt Joachim Meyerhoff seine Autobiographie. Ein paradoxer Satz, der mir in den Sinn kommt, wenn ich an das Thema „Frieden“ denke. In ihm klingt die große, vertrauensvolle Sehnsucht an, dass Erfüllung möglich ist. Gleichzeitig erzählt er von der Erfahrung, dass es echten Frieden nicht gibt.

 

Ebenso paradox ist menschliches Handeln, wenn es um Frieden geht: Die Inbrunst, mit der unzählige Menschen (und ich) seit den 1970-er Jahren mit John Lennon und Yoko Ono „Give Peace a Chance“ singen, das Schulterzucken bei den Nachrichten, wenn wieder einmal Friedensverhandlungen scheitern, die Ratlosigkeit angesichts laufender Kriege.

Angesichts dieser großen Unmöglichkeiten verlagern wir die Aufmerksamkeit auf die kleineren Kontexte: auf Frieden in Gemeinschaften, in der Familie, in uns selbst. Aber ist hier die Aussicht auf Erfolg denn größer? Wäre es nicht empfehlenswert, sich schlicht mit „Ein bisschen Friede…“ (Nicole 1982) zufrieden zu geben?

 

Dieser Beobachtung möchte ich ein uraltes biblisches Wort als unverbrüchliche Zusage entgegensetzen: „Friede sei mit euch“. So rufen die Engel anlässlich der Geburt Jesu, so grüßt der Auferstandene. Gerade  nach dem Leiden und Sterben Jesu wirkt die Formel besonders beeindruckend, denn die Jünger:innen strauchelten am Ende in so ziemlich jeder Hinsicht: Verrat, Davonlaufen, Falschaussagen, Verleumdung –  und doch kommt Jesus nach diesem Desaster und wünscht ihnen Frieden.

Keine Schuldzuweisungen, keine Analyse des Fehlverhaltens, keine Aufforderung, Fehler und Schuld einzugestehen, keine Reparationsforderungen. Einfach nur: „Friede sei mit euch“. Eine Zusage ohne Wenn-Dann-Logik. Dieser Friedenswunsch, an den  wir uns so sehr gewöhnt haben, ist unglaublich – und er ist eingeschrieben in unsere christliche DNA.

 

Papst Franziskus zeigt in Evangelii Gaudium 226-230 zwei sehr menschliche und gleichzeitig problematische Verhaltensweisen auf, die wir angesichts eines Konflikts an den Tag legen: entweder stecken wir den Kopf in den Sand oder wir involvieren uns so sehr, dass wir zu Gefangenen des Konflikts werden. Folgt man der Spur, die durch den Gruß „Friede sei mit euch“ gelegt ist, eröffnet sich laut Franziskus eine dritte Möglichkeit: „Es ist die Bereitschaft, den Konflikt zu erleiden, ihn zu lösen und ihn zum Ausgangspunkt eines neuen Prozesses zu machen. » Selig, die Frieden stiften « (Mt 5, 9).“ (EG 227)

 

Bei der Pastoraltagung im Jänner 2027 werden wir uns ebenfalls in dieser Spur bewegen. Herzliche Einladung dabei zu sein!

 

Anni Findl-Ludescher

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Dasein mit den Menschen

im Geist des Evangeliums

 

 



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Evangelii Gaudium

(Freude des Evangeliums)

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