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Salzburg: Pastoraltagung zum Thema Verwundbarkeit beginnt am Donnerstag

 

Der Verwundbarkeit und Verletzlichkeit aus christlicher Perspektive widmet sich die traditionell zu Jahresbeginn stattfindende Österreichische Pastoraltagung. Die renommierte Veranstaltung, die jährlich hunderte Interessierte sowie Expertinnen und Experten anzieht und am Donnerstag in St.Virgil/Salzburg beginnt, steht heuer unter dem Generalthema "Verletzlich. Berührbar. Christliche Perspektiven zur Verwundbarkeit". Im Fokus der Vorträge und Workshops steht die Frage, wie Verletzlichkeit im persönlichen Leben, in der Gesellschaft und im kirchlichen Handeln gedeutet werden kann. Referierende sind u.a. die Innsbrucker Theologin Michaela Quast-Neulinger, der bekannte Ordensmann und Aktivist Jörg Alt, der Psychiater Reinhard Haller und Kardinal Timothy Radcliffe.

"Es ist erstaunlich, dass auch heuer in den ersten Tagen des Jahres politische Ereignisse und Handlungen die Aktualität unseres Themas und die Notwendigkeit der Beschäftigung aus christlicher Sicht noch einmal deutlicher machen", erklärte Gabriele Eder-Cakl vom Österreichischen Pastoralinstitut (ÖPI) im Vorfeld der Tagung, zu der rund 400 Teilnehmende aus Österreich, Italien, Südtirol, der Schweiz und Deutschland erwartet werden.

Politik sei zunehmend von der Abwehr realer oder gefühlter Bedrohungen geprägt, Sicherheitslücken würden systematisch gesucht, sowohl in Unternehmen, in privaten Bereichen als auch global. "Ein idealer Zeitpunkt also, um über Verwundbarkeit nachzudenken - zumal aus christlicher Perspektive", meinte dazu auch Veronika Prüller-Jagenteufel, theologische Referentin der Caritas St. Pölten und Teil des Tagungs-Vorbereitungsteams.

Die Tagung wolle Verwundbarkeit nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Ressource für ein gelingendes Leben in den Mittelpunkt stellen, so die Veranstalter Bischof Josef Marketz, Gabriele Eder-Cakl und Anna Findl-Ludescher (Pastoralkommission Österreichs) in ihrem Grußwort. Erfahrungen von Krankheit, Krieg, psychischer Belastung oder persönlichem Scheitern sollen dabei bewusst wahrgenommen und theologisch reflektiert werden. "Gerade in der Verwundbarkeit entsteht Verbindung - zu Gott und zu den Mitmenschen".

Die Tagung zeichne sich letztlich genau dadurch aus, "dass sie Lebenserfahrungen und theoretische Reflexion miteinander verbindet", so Eder-Cakl. Das Thema Verwundbarkeit bezeichnet sie als "hoch aktuell" und "dringend", da "Menschen eine Anerkennung und Wahrnehmung ihrer eigenen Verletzlichkeit suchen". Und weiter: "Mit der christlichen Wertehaltung können wir hier den Menschen durchaus Lebensperspektiven aufzeigen."

Eröffnet wird die Tagung am Donnerstag (8. Jänner) vom zuständigen Bischof Josef Marketz, Eder-Cakl und Findl-Ludescher. Erste inhaltliche Akzente setzten Vorträge der Psychologin und Therapeutin Katja Schweitzer ("Erfahrungen mit Verwundbarkeit: Beispiele aus dem Leben Kids-Line: Telefonseelsorge Salzburg"), des Jesuiten P. Jörg Alt ("Erfahrungsbericht vom ganz persönlichen Einsatz für eine sozial-ökologische Transformation") und des Innsbrucker Philosophen Martin Huth ("Register der Verletzlichkeit: Überlegungen zu einer Ethik der Leiblichkeit"). Am Nachmittag referiert die Innsbrucker Theologin Michaela Quast-Neulinger ("Der Weg des Schmetterlings: Politische Theologie im Angesicht von Verwundbarkeit und Verwundung").

Am Freitag (9. Jänner) eröffnet ein Vortrag von Reinhard Haller ("Verstehen, warum Menschen verletzt und verletzend werden") den Tag. Es folgen Impulse der Psychoonkologin Monika Renz ("Inwiefern wird Jesus zur Antwort auf menschliche Prägung?") und des Linzer Theologen Franz Gruber ("Um unseres Heiles willen. Über die erlösende Macht der Liebe in systematisch-theologischer Perspektive"). Am Abend steht u.a. ein Gottesdienst mit dem Grazer Weihbischof Johannes Freitag auf dem Programm.

Am Samstag (10. Jänner) wird der Theologe und Exerzitienmeister im weltweiten Synodalen Prozess bzw. bei den Weltsynoden 2023/24, Kardinal Timothy Radcliffe, zum Thema "'Ich gebe dir ein Herz aus Fleisch' (Ez 36,26)" referieren. Begleitet wird die Tagung zudem von künstlerischen Beiträgen - Kabarett, Musik, Poetry-Slam - und vom gemeinsamen Gestalten eines Fastentuchs, das am Ende präsentiert werden soll.

 

Quelle: kathpress.at

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