I. Werkstatt für Gemeindeentwicklung |
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Anliegen des Reflexionsprozesses ist es vor allem, zur Vielfalt von Entwicklungsprozessen für Pfarrgemeinden und Personalgemeinden zu ermutigen. Daher ist es von Vorteil, wenn Informationen zu verschiedenen Vorgängen, die durchaus noch als Experimente gesehen werden können, weiter getragen werden und durch die Beratung zu einzelnen Vorgängen in Werkstattgesprächen die Vernetzung von unterschiedlichen kirchlichen Einrichtungen und Verantwortungsebenen gefördert werden. Die Dokumentation soll in der Entwicklung neuer Projekte an anderen Orten dienlich sein, aber vor allem ermutigen, neue Wege der Pastoral im Hinblick auf die Herausforderungen der Gesellschaft zu suchen. Für die jeweiligen Projekte selbst ist es uns als Arbeitsstelle für Gemeindeentwicklung ein Anliegen, dass sich die Beteiligten von Entwicklungsprozessen der Reflexion stellen und dadurch auch selbst einen Gewinn aus dem Werkstattgespräch ziehen. Entscheidend ist also, dass Personen, die sehr unterschiedlich an einem Projekt oder Experiment beteiligt sind, miteinander ins Gespräch kommen, sich dabei sozusagen vernetzen.
Ablauf eines WerkstattgesprächsIn der ersten Arbeitseinheit werden die Interessen geklärt: Welche Frage treibt mich im Zusammenhang mit dem Projekt um? Was möchte ich für meinen Arbeitsbereich klären? Welchen Gewinn möchte ich aus diesem Treffen ziehen? Durch die verschiedenen Beteiligten wurde also bereits in der Vorstellrunde das jeweilige Projekt be- und hinterfragt. Es geht um eine kritische Wertschöpfung, um das Erheben der Chancen in den verschiedenen Experimenten. Nach dieser Runde der Interessensklärung wird das Experiment von Beteiligten selbst vorgestellt. Nach einer kurzen, aber von mehreren Personen durchgeführten Präsentation werden die Chancen, die in diesem Projekt wahrgenommen werden, auf Flipchart notiert. Die erste Reflexionseinheit orientiert sich an Fragen der Leitbildentwicklung: Welches Leitbild von Kirche und Gemeinde steht hinter dem Experiment? Welches Leitbild verfolgen die Beteiligten bewusst, welches implizit? Aber auch welches Leitbild motiviert die Diözesanleitung, dieses Experiment zuzulassen oder zu fördern? Welche Konflikte können sich aus den verschiedenen Leitbildern ergeben? Ein weiterer Schwerpunkt der Reflexion ergibt sich aus dem Bereich der Personalentwicklung als Entwicklungsprozess der am Projekt beteiligten Personen: Welche Entwicklungschancen haben haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Projekt? Wozu werden Mitarbeitende befähigt? Wie wird mit ihnen umgegangen? Welche Lernprozesse sind möglich? Welche Räume zur Eigenverantwortung gibt es? Im letzten Reflexionsteil geht es um die Organisationsebene. In welchem Verhältnis steht das Experiment zu den übrigen Konzepten der Diözese? Welche institutionellen Rahmenbedingungen braucht das Projekt, um förderlich sein zu können? Welche Rückwirkung hat das Projekt auf die gesamte Diözese? Welche Veränderung im Denken und Handeln der Menschen bringt die strukturelle Veränderung mit sich? Gegen Ende des Werkstattgesprächs wird nochmals festgehalten, welchen Impuls das Experiment für die gesamte Kirche Österreichs bringen kann. Was sagt der Geist durch dieses Projekt der Kirche Österreichs? Zum Abschluss wird nochmals im Plenum mitgeteilt, was jede und jeder für den eigenen Arbeitsbereich mitnimmt, wo jemand etwas korrigieren, verändern oder herrichten will. Die Projektbeteiligten erzählen auch, was sie ermutigt, am Experiment weiter dran zu bleiben.
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