Exerzitien und Spiritualität

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Begriffsklärungen

Exerzitien

wollen über das eigene Leben mehr Klarheit geben, den Menschen neu auf Gott hin ausrichten und bei Lebensentscheidungen und Orientierungssuche helfen.

Exerzitien bieten wir in verschiedenen Formen an:
Einzelexerzitien, Gruppenexerzitien, Vortragsexerzitien, Exerzitien im Alltag, kontemplative Exerzitien.
Sie beinhalten vor allem Gebet, Meditation, Stille, kreative Elemente, Impulsreferate, Gespräche mit der Begleiterin oder dem Begleiter. Dauer: 4-10 Tage.

Exerzitien sind intensive Tage des Betens und des Verweilens in der Gegenwart Gottes, um den eigenen Glaubensweg entschiedener gehen zu können.

So wie es Übungen (lat. Exerzitien) für den Körper gibt, so gibt es auch „geistliche Übungen“ für die Seele, nämlich alle Formen und Weisen des Gebets, der Betrachtung, Meditation usw. Unter „Exerzitien“ wird aber heute meist jene Form verstanden, die Ignatius von Loyola in seinem „Exerzitienbuch“ vorgelegt hat. Wesentliche Elemente sind dabei Meditationen mit Texten der Hl. Schrift, Gebetszeiten, Stille und Gespräche mit dem Begleiter / der Begleiterin – mit dem Ziel, das eigene Leben enger mit Gott zu verbinden, Christus mehr nachzufolgen.

 

Ignatianische Einzelexerzitien

Orientierung am Exerzitienprozess und am Prozess des Einzelnen
Dauer: fünf bis zehn Tage

Gestaltungselemente:

  • Täglich vier mal eine Stunde Betrachtungszeit
  • Täglich ein persönliches Gespräch mit dem Begleiter/der Begleiterin
  • Durchgehendes Schweigen
  • Eucharistiefeier

Weitere gemeinsame Elemente können sein:

  • täglicher Impuls
  • gemeinsame Meditationszeiten
  • Angebote zur vertiefenden Körperwahrnehmung
  • Tagzeitengebet
Die sogenannten „Großen Exerzitien“ dauern dreißig Tage. Heute üblich sind jedoch kürzre Formen von zumeist sechs bis zehn Tagen Dauer, in durchgängigem Schweigen, mit drei bis vier persönlichen Gebetszeiten an jedem Tag. Inhalt des täglichen Gesprächs mit dem Begleiter/der Begleiterin ist der je eigene Weg vor und mit Gott. In einem Kurs sind in der Regel auch die Feier der Eucharistie und gemeinsame Gebetszeiten Bestandteil des Programms.

 

Gemeinschaftsexerzitien / Exerzitien mit Gemeinschaftselementen

Dauer: drei bis fünf Tage

Gestaltungselemente:

  • täglich zwei bis drei Impulse bzw. Vorträge
  • Eucharistiefeier und gemeinsame Gebetszeiten
  • Schweigen (wenn angegeben)
  • Persönliche Besinnungs- und Gebetszeiten

Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit dem Leiter/der Leiterin.

Die Exerzitienform ist den Einzelexerzitien in vielen Punkten ähnlich (persönliche Gebetszeiten, Gespräch mit dem Begleiter/der Begleiterin). Dazu kommen Zeiten gemeinsamen Übens / Betens unter Anleitung und des Austausches im kleinen Kreis.

 

Vortragsexerzitien

Ein- oder mehrmals täglich Impulse und Vorträge zu Fragen des Glaubens und des geistlichen Lebens. Im Anschluss an diese Vorträge gibt es Zeit für persönliches Gebet und Betrachtung, manchmal ist auch ein Austausch in einer Kleingruppe vorgesehen.

 

Exerzitien mit Fasten

Exerzitienkurse verschiedener Art, die mit Fasten verbunden sind. Die Erfahrung des Fastens kann den inneren Prozess des Loslassens und Sich-Öffnens für Gott unterstützen. Auch „normale“ Exerzitienkurse bieten oft die Möglichkeit, individuell zu fasten.

 

Kurzexerzitien

Vier bis sechs Tage in einer Gruppe, zum Kennenlernen von Exerzitien und als Einführung in verschiedene Gebetsweisen. Kurzexerzitien können auch Fragen und Themen des eigenen Lebens und Glaubens deutlich werden lassen.

 

Exerzitien im Alltag

Für Gruppen ab sieben Personen.
Es ist möglich, „Gott in allem zu suchen und zu finden“ (Ignatius von Loyola). Also auch und gerade in der konkreten Alltags- und Arbeitswelt, dort, wo wir Freudvolles, Schweres, Befreiendes, Beängstigendes, Anstrengendes, Tröstliches, Unverständliches… erfahren.
In diesem alltäglichen Leben ist Gott uns nahe.
Bei Exerzitien im Alltag geht es darum, und bewusst diesem Geschenk der Nähe und des Mitleidens Gottes zu öffnen.
Exerzitien im Alltag zeigen konkrete Schritte für Menschen, die Sehnsucht nach Gott verspüren und im Alltag einen neuen oder intensiveren Weg mit Gott finden möchten.

Worauf lassen sich die Teilnehmer/innen ein?

  • Dauer: vier Wochen
  • Teilnahme an fünf Gruppenabenden (1x wöchentlich)
  • Tägliche persönliche Gebetszeit von einer halben Stunde
  • ca. 15 Minuten Tagesrückblick am Abend (Gebet der liebenden Aufmerksamkeit)

Elemente eines Gruppenabends:
Erfahrungsaustausch – Erfahrungen der vergangenen Woche mit anderen teilen
Impuls und Unterlagen für die Gebetszeiten der kommenden Woche
Gemeinsames Gebet oder Meditation und / Oder Stille

Die Vorteile dieses Angebotes?

  • Die Exerzitien im Alltag werden in der konkreten Lebenssituation gemacht.
  • Die gute Gewohnheit, regelmäßig zu beten, zu meditieren und die Hl. Schrift zu lesen, wird gestärkt.
  • Die Teilnehmer/innen sind in einer Glaubensgemeinschaft unterwegs und stützen sich gegenseitig.

Diese Exerzitienform dauert meist vier bis sechs Wochen, findet aber nicht in einem Exerzitienhaus, sondern im Rahmen des normalen Alltags statt. Die Teilnehmer/innen reservieren sich täglich eine halbe Stunde (oder mehr) für das Gebet. Dazu kommen meist ein wöchentlicher Austausch in der Gruppe sowie regelmäßige Einzelgespräche mit dem Begleiter/ der Begleiterin.

 

Wanderexerzitien

Diese Exerzitienform ist geprägt von täglichen Zeiten des Wanderns, meist für eine Woche. Das schweigende Gehen in der Natur kann helfen, im inneren Leben eine Bewegung entstehen zu lassen, Schöpfung neu zu erfahren.

 

Kontemplative Exerzitien

Ein Weg in eine kontemplative Gebets- und Lebensform.

Wer bin ich in meinem tiefsten Grund? Wenn Sie sich von östlicher Meditation angezogen fühlen und doch in den Spuren christlicher Mystik bleiben wollen… Wenn Gebetsworte zuviel oder leer geworden sind… Wenn Sie sich auf einen intensiven spirituellen Erfahrungsweg begeben möchten…
Täglich vier – fünf Stunden Meditation, Abendritual, Einzelbegleitung als Angebot, sanfte Leibübungen, Schweigen während des ganzen Seminars, kurze und fundierte theologisch-spirituelle Orientierungshilfen, Begriffsklärungen: Mystik, Kontemplation, Spiritualität,… Es geht um das Erlernen und Einüben eines Weges, der zu Hause fortgesetzt werden kann.

Einführung in die kontemplative Lebenshaltung und in das Jesusgebet
Dauer: sechs bis zehn Tage

Gestaltungselemente:

  • täglich vier bis sechs Stunden gemeinsame Meditation in Einheiten zu je 25-30 Minuten
  • Begleitung durch Austausch in der Gruppe und Einzelgespräch
  • Durchgehendes Schweigen
  • Eucharistiefeier
  • Naturerfahrung
  • Leib- und Atemübungen
  • Fleischloses Essen

Täglich vier- bis sechsmal eine Stunde gemeinsames Gebet in der Stille: schweigend-hörend für Gott da sein im Jesusgebet (oder mit Formen der gegenstandslosen Meditation, d.h. ohne Text, beschränkt auf das Atmen o.Ä.), mit dem Ziel, immer mehr in die Gegenwart Gottes zu finden und aus ihr heraus zu leben.

 

Sonstige Exerzitienformen

Exerzitien wie etwa Film- oder Sport-Exerzitien, bei denen die jeweiligen besonderen Elemente helfen, einen Zugang zum eigenen Inneren zu gewinnen und die Beziehung zu Gott neu zu entdecken und zu vertiefen.

 

Besinnungstage / Einkehrtage

Verschiedene Angebote der Hinführung zum Gebet und zum Leben aus dem Glauben.
Dauer: ein bis sieben Tage

Gestaltungselemente:

  • Vorträge / Impulse zum Gebet und zur Lebensgestaltung aus dem Glauben
  • Einübung verschiedener Gebets- und Meditationsformen
  • Gemeinsame und persönliche Gebetszeiten
  • Austausch in der Gruppe
  • Hinführung zum Schweigen
  • Angebote zu einer vertieften Körperwahrnehmung und zum kreativen Ausdruck

Einkehr- (oder auch besinnungs-)Tage: eine Zeit zum Innehalten und Atemholen, eine Zeit, um wichtigen Fragen nachgehen zu können, die im Alltag manchmal zu kurz kommen… Einkehrtage stehen oft unter einem Thema, methodisch sind sie mit Impulsen und Vorträgen, Bildmeditationen und Bibliodrama, Gruppengesprächen und persönlichem Gebet und vielen anderen Elementen vielfältig gestaltbar.

 

Meditation, Kontemplation

Der Sehnsucht nach Sammlung und Begegnung mit der eigenen Mitte kommt die Meditation entgegen, bei der wir uns auf den Weg in unser Inneres begeben.

Durch verschiedene Meditationsformen wird die Aufmerksamkeit auf die Gegenwart (Gottes) gerichtet und einen kontemplative Lebenshaltung eingeübt.

 

Fastenkurse

Fasten in einem umfassenden Sinn: in seiner gesundheitlichen, religiösen und sozialen Dimension zum Heil-Werden für Leib und Seele.
Fasten nach Buchinger oder Mayr. Je nach Kursprogramm begleiten Impulse, Meditationen, Gespräche und Körperübungen den Fastenprozess.